Zwei Jahre nach Mahsa Amini: Die Revolution geht weiter
Rückblick auf den zweiten Jahrestag von Mahsa Jina Aminis Tod und das bleibende Vermächtnis der Frau-Leben-Freiheit-Bewegung.
Ein Funke, der zur Flamme wurde
Am 16. September 2022 starb Mahsa Jina Amini — eine 22-jährige kurdisch-iranische Frau — in Gewahrsam der sogenannten „Sittenpolizei” des Iran, nachdem sie wegen angeblich unsachgemäßen Tragens ihres Hijabs festgenommen worden war. Ihr Tod löste den größten anhaltenden Aufstand in der Geschichte der Islamischen Republik aus.
Zwei Jahre später hat die Bewegung, die sie unbeabsichtigt ausgelöst hat, die politische Landschaft des Iran grundlegend verändert.
Was sich geändert hat
Die Frau-Leben-Freiheit-Bewegung hat etwas Beispielloses erreicht: Sie hat die Legitimationsnarrative des Regimes zerschlagen. In allen 31 Provinzen gingen Iraner aus allen ethnischen, sprachlichen und sozioökonomischen Schichten auf die Straße, vereint durch eine einzige Forderung — das Ende der theokratischen Herrschaft.
Das Regime reagierte mit seiner charakteristischen Brutalität:
- Über 500 getötete Demonstranten, darunter Dutzende Kinder
- Mehr als 22.000 Festnahmen
- Mindestens 7 Demonstranten nach Scheinprozessen hingerichtet
- Systematische sexuelle Gewalt als Repressionsinstrument
Dennoch dauert die Bewegung an. Der Kopftuchzwang, einst mit nahezu absoluter Befolgung durchgesetzt, wird heute von Millionen iranischer Frauen in täglichen Akten zivilen Ungehorsams offen missachtet.
Ausblick
Während wir diesen feierlichen Jahrestag begehen, bekräftigen wir unser Engagement für die Vision, die Mahsa Aminis Opfer repräsentiert: einen Iran, in dem Frauen frei sind, in dem Bürger ihre eigene Regierung wählen und in dem niemand getötet wird, weil er seine Grundrechte einfordert.
Die Revolution geht weiter — und die Geschichte wird diejenigen richten, die sich entschieden haben, wegzusehen.